Nachhaltige Transformation: Neues Indikatoren-Set macht Wirkungen von Living Labs sichtbar
In Living Labs werden Lösungen für die Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Wandel erprobt – ihr Mehrwert bleibt aber oft unsichtbar. Gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg und der ZHAW entwickelt econcept ein Indikatoren-System, das die Wirkung von sechs Schweizer Living Labs systematisch erfasst.
Damit der Transfer von theoretischen Lösungsansätzen in die Praxis gelingt, muss ihr Nutzen sichtbar und belegbar sein. Bestehende Bewertungsansätze für Living Labs beschränken sich dabei allerdings meist auf Output-orientierte Kennzahlen – den breiteren Mehrwert von Living-Lab-Aktivitäten erfassen sie nur unzureichend.
Ein neuer Fachartikel geht dieser Lücke nach: Gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HEIA-FR) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben wir ein Monitoring-Instrument entwickelt, das ökonomische, soziale und akademische Wertschöpfung gleichermassen abbildet. Entstanden ist der Artikel im Rahmen von SWICE, einem vom Bundesamt für Energie (BFE) geförderten Forschungsprogramm mit sechs Living Labs in der Schweiz.
Als strukturierendes Gerüst diente ein Wirkungsmodell, das die Indikatoren entlang der Wirkungskette von Input bis Outcome ordnet. Im Indikatoren-Pool mit über 60 Indikatoren wurden Praxiserfahrung mit wissenschaftlichen Grundlagen verknüpft. In einem kokreativen Prozess mit den Manager:innen der sechs SWICE-Living-Labs-Standorte haben wir den Pool auf 20 Kernindikatoren fokussiert.
Das Monitoring-System gliedert sich in sieben Dimensionen – von Ressourcen und Experimentiertätigkeit über Ökosystem und indirekte Wirkungen bis zu Wissensproduktion und wissenschaftlicher Anerkennung. Ein erster Pilotdurchlauf im April 2026 zeigt, dass sich das System in der Praxis anwenden lässt: Alle sechs Living Labs nutzten es für ihre Jahresberichterstattung, im Schnitt mit 16 der 20 Indikatoren. Offen bleibt, inwiefern sich das System auf andere Living-Lab-Kontexte ausserhalb der Energie‐ und Nachhaltigkeitsdomäne übertragen lässt.
Unser Beitrag wurde für die OpenLivingLab Days 2026 angenommen.