Geoinformation: Stabile Ausbildungszahlen, aber wachsender Fachkräftebedarf
Im Bereich der Geoinformation wird ein künftiger Fachkräftemangel befürchtet. Eine Studie von econcept im Auftrag von swisstopo und GSS legt nun offen, wie es um Ausbildung und Arbeitsmarkt im Bereich steht.
Das Bundesamt für Landestopografie swisstopo und die Strategie Geoinformation Schweiz (SGS) haben econcept beauftragt, die Fachkräftesituation im gesamten Bereich der Geoinformation systematisch zu analysieren. Anlass war der SGS-Aktionsplan 2025, der eine evidenzbasierte Identifikation und Dokumentation des Ausbildungs‐ und Arbeitsmarktbedarfs forderte. Die Studie umfasst Analysen zu verschiedenen Bildungsstufen und zum Arbeitsmarkt, leitet daraus ein Indikatorenset zur Beurteilung der Fachkräftesituation ab und schliesst mit konkreten Massnahmenempfehlungen.
Die Datenanalysen zeigen: Die Zahl der jährlichen Abschlüsse im Bereich der Geoinformation blieb auf allen Bildungsstufen über die letzten zehn Jahre hinweg stabil, während die Gesamtzahl der Abschlüsse in der Schweiz stieg. Gleichzeitig deuten tiefe Arbeitslosenquoten und steigende Erwerbspersonenzahlen auf einen Fachkräftemangel in der Geoinformation hin. Allerdings gibt es Unterschiede nach Abschlüssen, Berufen und Regionen.
Basierend auf den Erkenntnissen aus den Datenanalysen, Interviews und einem Workshop zeigen, dass das Berufsfeld der Geoinformation abwechslungsreich, interdisziplinär und gesellschaftlich relevant ist. Jedoch leidet die Geoinformation unter zu geringer Sichtbarkeit und es fehlt an koordiniertem Handeln aller Akteur:innen.
So konstatiert die Studie:
- Bildungsinstitutionen könnten ihre Ausbildungen noch aktiver bewerben und den Praxisbezug stärken.
- Unternehmen sind gefordert, einen Beitrag zur Nachwuchsförderung zu leisten und ihre Mitarbeiter:innen durch betriebsinterne und ‐externe Weiterbildungen zu fördern.
- Berufsorganisationen sollten ein Augenmerk darauf legen, ihre Profile zu schärfen, ihre Kräfte zu bündeln und damit auch ihre Interessenvertretung gegenüber Akteuren der Politik und Privatwirtschaft auszubauen.
- swisstopo und die SGS können als koordinierende Stellen gezielt in die Vernetzung der relevanten Akteur:innen investieren und ein regelmässiges Monitoring der Fachkräftesituation durchführen, welches als gemeinsame Handlungsgrundlage dient.